Genossenschaft

Eine Genossenschaft – Was ist das eigentlich?

In Deutschland gibt es derzeit rund 8.000 eingetragene Genossenschaften, die in den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern nach markwirtschaftlichen Prinzipien arbeiten. Im Bereich des Bankgewerbes, im Wohnungsbau sowie in der Landwirtschaft haben sich Genossenschaften seit langem besonders erfolgreich etabliert. Aber auch Einrichtungen wie die Denic (zentrale Registrierungsstelle für Domains unterhalb der Top-Level-Domain .de) sind genossenschaftlich organisiert.

Genossenschaften sind damit ein integraler Bestandteil unseres heutigen Wirtschaftslebens und erfahren derzeit eine gewisse “Renaissance”.

Die Zahl der Energiegenossenschaften beläuft sich in Deutschland mittlerweile auf über 900.

Wer hat´s erfunden?

Das Genossenschaftsmodell geht im wesentlichen auf das Wirken von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen zurück, der vor rund 160 Jahren diese solidarische, demokratische und auf Selbsthilfe basierende Wirtschaftsform im Westerwald (Rheinland-Pfalz) entwickelt hat. Als weiterer Gründervater gilt Herman Schulze-Delitsch, der im Bereich von gewerblichen Genossenschaftsorganisation Wesentliches geleistet hat.

Der Erfolg des Genossenschaftsgedankens liegt in der praktischen Umsetzung des Kooperations- und Selbsthilfegedankens. Menschen schließen sich vor Ort zusammen und wirtschaften zum gemeinsamen Nutzen.

Dabei hat Raiffeisen das Prinzip der regionalen Wertschöpfung „erfunden“. Sein Credo: „Das Geld des Dorfes, dem Dorfe“, beschreibt mit einfachen Worten eines der wirksamsten Wirtschaftsförderprogramme überhaupt.

In unseren Zusammenhang übersetzt, sollte das, was eine Region an Ausgaben für Energiekosten aufwendet, den Menschen zu Gute kommen, die diese Energie vor Ort klimaschonend (= erneuerbar) erzeugen.

Übrigens:
Gemäß Artikel 44 der Hessischen Landesverfassung ist das Genossenschaftswesen zu fördern!

Demokratische Spielregeln – Mitsprache gesichert

Jedes Mitglied der Genossenschaft hat eine Stimme, unabhängig von der Anzahl seiner Genossenschaftsanteile. Damit gelten demokratische Grundregeln und eine externe „Übernahme“ oder Dominanz einzelner Interessengruppen werden verhindert. Spekulationstendenzen können so wirksam ausgeschlossen werden.

Das höchste Gremium ist die Generalversammlung, die aus allen Mitgliedern besteht. Zusätzlich gibt es einen gewählten Vorstand, der das Tagesgeschäft der Genossenschaft abwickelt. Der Vorstand wird von einem Aufsichtsrat kontrolliert.

Es bestehen umfangreiche Berichts- und Rechenschaftspflichten der gewählten Gremien gegenüber der Generalversammlung.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!

Eingetragene Genossenschaften (eG) stehen unter ständiger Aufsicht eines unabhängigen Kontroll- und Prüfverbandes. Unsere Geschäftspläne und Bilanzen werden jährlich begutachtet und nach strengen Kriterien bewertet. Unsere Mitglieder werden vollumfänglich über die Inhalte der Prüfberichte informiert.

Das Geschäftsmodell der Genossenschaft hat sich in der Vergangenheit als äußerst robust erwiesen. Während der weltweiten Finanzkrise zeichneten sich vor allem Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken) durch besondere Stabilität aus.

Die eingetragene Genossenschaft ist aufgrund der internen Kontrolle durch ihre Mitglieder und die jährliche unabhängige externe Prüfung durch den Genossenschaftsverband die mit weitem Abstand insolvenzsicherste Unternehmensform in Deutschland.