Rund um die Lorscher Biogasanlage herrscht derzeit Hochbetrieb. Seit Montag hat die Maisernte begonnen. Bis in den Abend hinein rollen die schweren landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge. Wie immer drängt die Zeit. Bis zum Wochenende muss die Aktion abgeschlossen sein. Unter Einsatz modernster EDV-gestützter Logistik wird die Häckselkampagne von örtlichen Landwirten durchgeführt. Häcksler und Transportfahrzeuge arbeiten mit einem vernetzten Navigationssystem. Über Funk stehen alle miteinander in Kontakt. Diese Bausteine sorgen für eine optimale „Häckselkette“ für rund 120 ha Erntefläche. Die Devise lautet: Kein Stillstand von Maschinen und kein Kilometer Wegstrecke zu viel.
Der extrem frühe Erntebeginn zeigt eindrücklich, wie der Klimawandel den Fahrplan in der Landwirtschaft zunehmend durcheinanderbringt. In der Vergangenheit war stets der September der klassische Erntemonat. Nach und nach hat sich der Termin immer weiter vor vorne verschoben. Zusätzlich muss in diesem Jahr auch noch mit erheblichen Ernteausfällen gerechnet werden. Denn die Dürre hat den Pflanzen deutlich zugesetzt. Von rund 40 % Ertragseinbußen ist auszugehen. Allerdings verfügt die Biogasanlage noch über ein komfortables Maispolster aus dem Vorjahr. Damit ist der Volllast-Betrieb der Anlage bis zur nächsten Ernte gesichert.
Info:
Die Biogasanlage Lorsch wird seit 12 Jahren von einer Kooperation aus der Energiegenossenschaft Starkenburg und der örtlichen Landwirtschaft betrieben. Aus nachwachsenden Rohstoffen entsteht rund um die Uhr gleichzeitig rund 2,9 Mio kWh Strom und ebensoviel Wärme. Die Anlage kann rechnerisch knapp 2.900 Menschen mit regenerativem Strom versorgen. Die entstehende Abwärme nutzt eine örtliche Großgärtnerei zur Beheizung der Gewächshäuser, dabei werden jährlich rund 130.000 l Heizöl eingespart. Zusätzlich gibt es im Sommerbetrieb noch eine Trocknungsanlage für Holzhackschnitzel und Scheitholz.
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